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Der Greifswalder Bote ist kein unabhängiges Mitteilungsblatt !

Kennen Sie den Greifswalder Boten? Eine kostenlose Zeitung, ordentliche Aufmachung, fast komplett ohne Werbung und mit Themen aus der Region. Scheinbar eine gute Sache. Doch die Herausgeber sind bekennende rechtsextremisten und versuchen unter anderemmit dieser Zeitung ihre faschistischen Ideen in der Bevölkerung zu verbreiten. Das Gefährliche daran ist, dass sie Erfolg haben, zuletzt erfahrbar durch den Einzug der NPD in den Landtag.

Das Bündnis „nazifreie Briefkästen“ will mit Ihnen gemeinschaftlich in Greifswald ein Zeichen gegen Intoleranz und braune Propaganda setzen. Wir rufen Sie auf, an Ihrem Briefkasten den Aufkleber kein Greifswalder Bote“ anzubringen. Brechen Sie zusammen mit Ihren MitbürgerInnen das Schweigen und zeigen Sie Zivilcourage !

Das Konzept rechtsextremer Propaganda im bürgerlichen Gewand

    „Ein Volk lebt so lange glücklich in Gegenwart und Zukunft, als es sich
    seiner Vergangenheit und der Größe seiner Ahnen bewußt ist.“

Diesen Satz konnte man in der Ausgabe 4/07 des Greifswalder Boten lesen. Dass es sich dabei um einen Leitsatz Heinrich Himmlers (1) handelt, verschweigen die AutorInnen bewusst. Ähnlich verschleiert wird im Boten antisemitisches und völkisches Gedankengut verbreitet und gegen ‚entartete Kunst’, wie Feininger oder Treffpunkte von nicht rechten Jugendlichen gehetzt. Durch den optischen Eindruck eines Amtsblattes, einen moderaten Ton und alltagsnahe Themen versuchen Neonazis mit Hilfe des Boten Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens zu werden. So wollen sie ihre menschenverachtende Ideologie in großen Teilen der Bevölkerung verbreiten.

Ängste schüren, um Meinungen zu manipulieren!

An den Artikeln des Greifswalder Boten fällt auf, dass die VerfasserInnen zwar so gegen ziemlich alles und jeden sind, aber keine ernstzunehmenden Lösungsmöglichkeiten für die thematisierten Probleme anbieten. Ziel der „Initiative für Volksaufklärung“ ist es, dass sich immer mehr Bürgerinnen und Bürger nicht als Gestalter, sondern als Opfer der Gesellschaft und ihrer eigenen Lebensumstände erleben. Sie versuchen damit beim Leser soziale Unsicherheit und Zukunftsängste zu schüren. Wer sich von diesen Ängsten leiten lässt, denkt weniger nach und wird somit empfänglicher für scheinbar einfache „Lösungen“, wie sie im Boten mit den immer gleichen hohlen Phrasen von Volk und Nation beschworen werden.

Schlechte Recherche und schlichte Lüge!

Dass es sich beim Greifswalder Boten nicht um ein „unabhängiges Mitteilungsblatt“ handelt, wird durch die hohe Anzahl verfälschter Fakten und falscher Zahlen deutlich. Noch eindeutiger wird es, wenn gegen Treffpunkte nicht-rechter Jugendlicher gehetzt wird. So wurde behauptet: Klex, Pariser und IKuWo seien „polizeilich bekannte Anlaufpunkte der roten Kriminellen. Von diesen Orten gehen zumeist Straftaten aus oder sie werden dort zumindest geplant.“ (2)
Auf Anfrage der OZ sagte der Chef des Greifswalder Kriminalkommissariats „dass die Polizei keine Hinweise auf die Planung von Straftaten in besagten Einrichtungen habe.“ (OZ 24.10.2007).

Demokratische Faschisten und tolerante Neonazis?

Immer wieder fordern die AutorInnen des Greifswalder Boten demokratische Rechte und Toleranz für ihre Meinung ein. In ihrer faschistischen Ideologie sind Demokratie und Toleranz für andere jedoch nicht vorgesehen. Im Boten wird die Gesellschaftsordnung der BRD als „krankes System“ (2), PolitikerInnen als „Marionetten“ (3) und die unabhängigen Medien als „Systempresse“ (2) bezeichnet. Damit beweisen sie, dass sie den freiheitlich-demokratischen Werten eindeutig feindlich gegenüberstehen. Dies wird besonders deutlich in Sätzen
wie: „Die Probleme der Gegenwart und Zukunft werden nicht durch Toleranzpredigten und Demokratiegeschwafel gelöst, sondern durch beherztes Handeln.“ (4). Was dieses „Handeln“ bedeutet, kann man an der Hetze gegen MigrantInnen, Homosexuelle, KünstlerInnen und Andersdenkende im Boten und den brutalen Übergriffen von Neonazis in den vergangenen Jahren sehen.

Was tun gegen rechte Ideologie?

Der Greifswalder Bote bietet scheinbar einfache Lösungen für sehr komplexe Probleme an, doch diese sind nur auf den ersten Blick verlockend. Bei genauerem Hinsehen bleibt von diesen einfachen Lösungen meist nur Menschenverachtung, Größenwahn und Rassismus übrig. Ein genaues Informieren und Hingucken ist daher dringend notwendig.
Hierzu empfehlen wir auch unser Internet-Blog über den Greifswalder
Boten unter www.nazifreiebriefkaesten.blogsport.de.

Ziele der Kampagne gegen den Greifswalder Boten

Wir hoffen, dass viele GreifswalderInnen den Aufkleber gegen den Boten an ihrem Briefkasten anbringen. Wenn dies gelingt, können wir den Rechten eine Grundlage für ihre menschenverachtende Propaganda nehmen. Falls der Greifs
walder Bote trotz Aufkleber in ihrem Briefkasten landet und Sie es uns melden, werden wir juristische Schritte gegen den Boten einleiten, die hohe Strafgelder für die Herausgeber nach sich ziehen können.
Sie sollten auch Ihre Freunde und Bekannten informieren, denn je mehr MitbürgerInnen sich an dieser Boykottaktion beteiligen, desto stärker setzen wir GreifswalderInnen ein Zeichen gegen rechtes Gedankengut.

Gemeinsam können wir den Greifswalder Boten stoppen !

Fußnoten:
1 Als Reichsinnenminister und Reichsführer-SS war er hauptverantwortlich für die Durchführung des Holocaust.
2-4 Zitate aus dem Greifswalder Boten Ausgabe: 2 = 3/07 || 3 = 4/07 || 4 = 1/06

Download
Kampagnen Flyer "kein Greifswalder-Bote" (PDF)