Gedenken zum 10. Todestag von Eckard Rütz und Klaus Dieter Gerecke

Einladung des Bündnis „Schon Vergessen?“

Am kommenden Donnerstag, den 25. November, findet eine Gedenkveranstaltung für den im November 2000 ermordeten obdachlosen Greifswalder, Eckard Rütz, statt. Neben einer Vertreterin des Bündnisses wird auch in diesem Jahr wieder Pfarrer Matthias Gürtler von der Gemeinde Dom St. Nikolai sprechen. Der Mord an Eckard Rütz jährt sich in diesem Jahr zum zehnten Mal. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen sich zu der Veranstaltung ab 14 Uhr auf dem Mensavorplatz zusammenzufinden.

Zudem organisiert das Bündnis „Schon Vergessen“ für Samstag den 27.November eine Demonstration mit der dazu beigetragen werden soll, dass Opfer rechter Gewalt wie Eckard Rütz und Klaus Dieter Gerecke nicht in die Vergessenheit geraten. Durch die Demo soll auch auf die aktuell wiedererstarkenden Neonazistrukturen in Greifswald und M/V aufmerksam gemacht werden. Beginn der Demonstration ist um 13 Uhr auf dem Mensavorplatz.

Vor nunmehr zehn Jahren, in der Nacht vom 24. auf den 25. November, wurde Eckard Rütz in der Greifswalder Innenstadt von Neonazis erschlagen. Die drei Jugendlichen im Alter von 16 bis 21 Jahren griffen ihr Opfer mit armdicken Baumstützpfählen an und schlugen solange auf ihn ein, bis er sich nicht mehr bewegte. Eckard Rütz musste sterben, weil er, so einer der Täter, „dem deutschen Steuerzahler auf der Tasche gelegen“ hätte.

Da auch sechs Jahre nach dem Mord nicht einmal eine Gedenktafel an Eckard Rütz erinnerte, gründete sich im Herbst 2006 das Bündnis „Schon Vergessen?“. Mit Hilfe zahlreicher Spenden und gesammelter Gelder aus Themenabenden und Benefizkonzerten gelang es den engagierte Greifswalder_innen schließlich eine Gedenkstein für Eckardt Rütz an der Mensa zu setzen.

„Wir wollen mit der Veranstaltung am 25. November eine aktive Gedenkkultur fördern“, so Juliane Teichert, Pressesprecherin des Bündnisses. „Die Gedenkminute auf der letzten Bürgerschaftssitzung ist bereits ein guter Schritt in die richtige Richtung. Wir würden uns freuen wenn sich auch viele Greifswalder Bürger und Bürgerinnen unserem Aufruf zum Gedenken anschließen.“

www.schonvergessen.blogsport.de

Nazipost 2.0

nshgw

Die sogenannten „Freien Kräfte“ in Greifswald betreiben seit Anfang des Jahres eine eigene Internetseite. Neben Aufrufen zu Sraftaten und Selbstjustiz finden sich auf dieser Seite auch folgende Ankündigung:

Wir werden dazu auch mit der Initiative für Volksaufklärung e.V. und der Redaktion des Greifswalder Boten, Hand in Hand, fest zusammenarbeiten, um unseren Kampf weiter qualitativ und quantitativ zu steigern und zu verbessern, um auch weiterhin auf die politische Lage Einfluss nehmen zu können.

Auf der Seite werden hauptsächlich Pressemitteilungen der NPD-MV via dem neuen „Infoportal“ MPUINFO gebloggt. Auch Wortmeldungen zum aktuellen Geschehen in Greifswald gibt es. Der Schulterschluss mit den Arndt-Bewahrern fehlt genausowenig wie eine Distanzierung zu den jüngsten Geschehnissen um das Ikuwo oder Vorverurteilung von vermeintlich „linksextremistischen Ausschreitungen“.

mup

Die „Nationalen Sozialisten Greifswald“ welche sich selbst als „Strukturen aus jungen und alten Leuten“ beschreiben werden uns also mit diesem Onlineportal auch in Zukunft, zusätzlich zum Greifswalder Boten, mit ihren menschenverachtenden Hasstiraden belästigen. Der Vorteil zur unaufgefordert verteilten Nazipostille ist, dass Mensch die Internetseite erst suchen muss.

Der neue Greifswalder Bote ist erschienen

Der Greifswalder Bote ist wieder da. Das kostenlose Heftchen wird von der rechtsextremen Initiative für Volksaufklärung e.V. herausgegeben, die “allen Volksgenossen kostenlose Hintergrundinformationen aus Politik, Wirtschaft, Geschichte und Kultur zu liefern [versucht], die von der gleichgeschalteten Medienindustrie verschwiegen werden“. Der Bote erscheint in sechs angepassten Ausgaben mit entsprechend regionalem Kolorit. Neben dem Greifswalder Boten sind das der Insel Bote, der Uecker-Randow Bote, der Anklamer Bote, der Stralsunder Bote und der Lassaner Bote.

Inhaltlich wird das mieserable gestalterische Niveau mit Bravour unterboten, aber das Aufgreifen kommunalpolitischer Themen zeugt von der Intention des Schmierblättchens. Es wird nicht nur gegen die Müllgebühren in Greifswald polemisiert:

    Während sich unser verehrter Regent König Arthur mit Delegationen aus dem Ausland umgibt und im vermeintlichen Rechtsextremismus Gefahren für das Ansehen der Hansestadt sieht, wird die Kostenbelastung für die Greifswalder erhöht.

Auch die gentechnikfreie Zone Greifswald, hiesige Kinderarmut und die geplante Kreisgebietsreform werden thematisiert. Interessant ist auch die angebotene Hartz4-Beratung des Anklamer NPD-Kaders Michael Andrejewski:

    Der Rechtsanwalt und Landtagsabgeordnete Andrejewski war selbst Hartz-IV-Empfänger. Theoretisches Gelaber ohne Ahnung vom wirklichen Leben ist also nicht zu befürchten. Es wird um telefonische Voranmeldung unter 03971/… gebeten.

Am Rande wird auch die Fleischervorstadt erwähnt, konkret geht es um den geschlossenen Bahnübergang in der Gützkower Straße. Eine Ortsbegehung hätte den Herausgebern manch peinliche Zeile erspart. Von Interesse könnte auch die stille Solidaritätsbekundung der Rechten für den sieglosen StuPa-Wahlkämpfer und Burschschafter (Markommania) Christoph Böhm sein, die unter dem Titel “Kampf dem Krampf” erschienen ist:

    Bei der Wahl des Studierendenparlaments der Ernst-Moritz-Arndt-Universität sorgte die Kandidatur eines Greifswalder Burschenschafters für reichlich Aufregung. Schließlich hätte es ja sein können, daß dieser unter Umständen einige mißliebige Positionen jenseits des gängigen Einheitsbreis vertreten würde. Da man sich einer inhaltlichen Auseinandersetzung mit nationalen Positionen nicht gewachsen sah, wurde munter in der Online-Plattform StudiVZ, die vor allem von Studenten genutzt wird, nach verdächtigen Äußerungen geschnüffelt.

    Dort wurde dann allerhand gemutmaßt, spekuliert und gehetzt. Letztlich hat sich der gute Mann dann aus Sorge um seinem „guten Ruf“ aber doch von allem und jedem distanziert und erreichte nicht mehr die benötigte Stimmzahl. Eine Entschuldigung für die voran gegangene Hetzkampagne gab es nicht.

Hier bezieht man sich offensichtlich auf die im Januar auf dem webMoritz hitzig geführte Debatte zur Kandidatur des Korporierten.

(via Fleischervorstadt-Blog)

Supermarkt feuert NPD-Boten

Supermarkt feuert NPD-Boten
Zustelller verteilte NPD-Blatt zusammen mit einer Kaufland-Werbung in Godendorf

13.04.2009

Neustrelitz/Godendorf (GR). Die Supermarktkette Kaufland hat sich mit sofortiger Wirkung von einem Zusteller getrennt, der mit einer Werbezeitschrift des Unternehmens ein NPD-Blatt verteilt hatte. Rund 150 Haushalte im Raum Godendorf waren davon betroffen, wie der Nordkurier auf Anfrage erfuhr. Empörte Bürger hatten dazu eine Versammlung abgehalten und über die Strelitzer Zeitung eine Stellungnahme vom Gesellschafter verlangt.

„Kaufland distanziert sich ausdrücklich davon, mit rechtsradikalen Gruppierungen in Verbindung gebracht zu werden“, heißt es in der Antwort aus der Zentrale in Neckarsulm, die postwendend einging. „Selbstverständlich ist es nicht in unserem Sinne, dass Zeitungen mit politischem Hintergrund durch die Verteilung unserer Kundenzeitschrift in Umlauf gebracht werden. Kaufland hat zu keinem Zeitpunkt die Verteilung dieser NPD-Schrift in Auftrag gegeben.“

Wie weiter zu erfahren war, hatte Kaufland bereits im Februar in einem Schreiben an den Austräger die Verteilung rechtsextremen Propagandamaterials ausdrücklich untersagt. Hier liege eindeutig eigenmächtiges Handeln vor. „Die Vereinbarungen mit unseren Austrägern schließen die Verteilung rechtsextremer Publikationen vertraglich aus“, wurde betont. In einem dem Nordkurier zugegangenen Leserbrief aus Godendorf ist die Rede von einem „Skandal, wie er größer nicht sein kann“.

Nordkurier Via Links-lang.de

Neonazis haben nicht genug Parkplätze

Bericht aus dem Nordkurier-Anklam vom 22.06.2008 von Siegfried Denzel

Anklam/Ostvorpommern. Die Pläne der zur rechten Szene gehörenden Bansiner „Initiative für Volksaufklärung“, in der ehemaligen Konsum-Kaufhalle an der Pasewalker Straße in Anklam eine „Pommersche Volksbücherei“ einzurichten, stehen möglicherweise vor dem Scheitern. Den Eigentümern Enrico Harmisch und Alexander Wendt – beide arbeiten für den NPD-Kreis- und Landtagsabgeordneten Michael Andrejewski – ist es offenbar nicht gelungen, die geforderte Zahl von Parkplätzen nachzuweisen. Das bestätigte Landkreis-Sprecher Christoph Krohn auf Nachfrage.
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Heimattreue Deutsche Jugend (HDJ)

Mit einer halbseitigen Anzeige macht der Greifswalder Bote zuletzt Werbung für die HDJ. Nun berichtete das ARD Magazin Panorama über diese Nachwuchsorganisation der Neonazis:

Text Quelle
Panorama-Sendung vom 27. März 2008
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Bürgerschaft gegen „Greifswalder Boten“

22.02.2008 Ostseezeitung-Greifswald

Greifswald – Die Bürgerschaft stellt gegen den „Greifswalder Boten“, ein der rechten Szene zuzuordnendes Mitteilungsblatt, Strafanzeige. Das Blatt hatte sich in seiner Ausgabe 2/2007 auf übelste Weise zum städtischen Haushalt 2007 geäußert und die Bürgerschaftsmitglieder angegriffen. Danach hatte der OB seitens der Stadt Strafanzeige gestellt. Die Staatsanwaltschaft verwies jedoch darauf, dass die Verwaltung nicht für die Bürgerschaft sprechen kann. Deshalb handelt nun der Bürgerschaftspräsident.

Kein Greifswalder Bote

bote

Der Greifswalder Bote ist kein unabhängiges Mitteilungsblatt !

Kennen Sie den Greifswalder Boten? Eine kostenlose Zeitung, ordentliche Aufmachung, fast komplett ohne Werbung und mit Themen aus der Region. Scheinbar eine gute Sache. Doch die Herausgeber sind bekennende Rechtsextremisten und versuchen unter anderem
mit dieser Zeitung ihre faschistischen Ideen in der Bevölkerung zu verbreiten. Das Gefährliche daran ist, dass sie Erfolg haben, zuletzt erfahrbar durch den Einzug der NPD in den Landtag.
Das Bündnis „nazifreie Briefkästen“ will mit Ihnen gemeinschaftlich
in Greifswald ein Zeichen gegen Intoleranz und braune Propaganda setzen. Wir rufen Sie auf, an Ihrem Briefkasten den Aufkleber kein Greifswalder Bote“ anzubringen. Brechen Sie zusammen mit Ihren MitbürgerInnen das Schweigen und zeigen Sie Zivilcourage !

Ziele der Kampagne gegen den Greifswalder Boten

Wir hoffen, dass viele GreifswalderInnen den Aufkleber gegen den Boten an ihrem Briefkasten anbringen. Wenn dies gelingt, können wir den Rechten eine Grundlage für ihre menschenverachtende Propaganda nehmen. Falls der Greifswalder Bote trotz Aufkleber in ihrem Briefkasten landet und Sie es uns melden,werden wir juristische Schritte gegen den Boten einleiten, die hohe Strafgelder fürdie Herausgeber nach sich ziehen können.
Sie sollten auch Ihre Freunde und Bekannten informieren, denn je mehr MitbürgerInnen sich an dieser Boykottaktion beteiligen, desto stärker setzen wir GreifswalderInnen ein Zeichen gegen rechtes Gedankengut.

Gemeinsam können wir den Greifswalder Boten stoppen !

Verteilungsgebiete des Greifswalder Boten

Wir versuchen die Straßen und Gebiete in denen der Greifswalder Bote verteilt wird zu erfassen um dort gezielt mit unseren Flyern eingreifen zu können.


Falls sie den Greifswalder Boten im Briefkasten hatten ihre Straße aber noch nicht in der Karte verzeichnet ist würden wir uns über einen kurzen Kommentar freuen.

„Initiative für Volksaufklärung e.V.“ (IfV)

Hinter der IfV steckt der rechtsextreme Kameradschaftsdachverband „Soziales und Nationales Bündnis Pommern“.

Neben dem Greifswalder Boten gibt die IfV fünf weitere Lokalblätter für Anklam, Stralsund, Uecker-Randow, Usedom und Westmecklenburg mit ähnlichem Inhalt heraus. (Gesamtauflage laut IfV 83.000 Exemplare)

Herausgeber ist Enrico Hamisch, NPD-Mitglied und Wahlkreisbüromitarbeiter des NPD-Landtagsabgeordneten Tino. Für die Ausgabe 4/07 des Boten zeichnete sich der NPD-Kreistagsabgeordnete Mario Kannenberg verantwortlich.

Aus dem Verfassungsschutzbericht MV 2006 veröffentlicht im April 2007:
„Die Redakteure vermeiden es zwar weiterhin, offen neonazistische Stand-punkte zu vertreten, versuchen aber die Fremdenfeindlichkeit zu schüren.“

Fazit: Hinter der IfV verbergen sich Neonazis des militanten Kameradschafts-spektrums und keinesfalls die harmlosen Bürger von nebenan.. Seien sie sich, wenn sie Publikationen der IfV lesen, bewusst, dass es sich um rechte Propaganda handelt.